„Was macht eigentlich eine Feldkoordinatorin?“ – ein kurzes Interview

Frau Elisabeth Meyer-Renschhausen ist seit 3 Jahren Teil der Feldkoordination und arbeitet als freie Autorin, Journalistin und Privatdozentin in Berlin. 


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Was hat Sie motiviert, sich als Feldkoordinator*in zu bewerben?

Ich habe mich als Vertreterin des Gemeinschaftsgartens Allmende-Kontors resp. der Allmende-Gärten in die Feldkoordination wählen lassen. Mein Anliegen ist deutlich zu machen, dass Naturschutz und eine agrarökologische urbane Agrarkultur sich nicht widersprechen. Die in Berlin allesamt enkeltauglich betriebenen Gemeinschaftsgärten oder  die extensive Schafshaltung in vielen Stadtparks der Welt sind gute Beispiele dafür. Sie erhalten die Biodiversität, erhalten alte Gemüsesorten und sorgen für vielfältige lebendige Böden.


Welche Aufgaben erledigen Sie als Feldkoordinator*in?

Wir verstehen uns als runden Tisch, der gemeinsam mit der Verwaltung Entscheidungen trifft. Dabei achten wir darauf, dass die Verwaltung nicht in ihren üblichen Trott verfällt und  wirklich mit den Bürger*innen gemeinsam Entscheidungen trifft. Das ist nicht so einfach, weil im Zeitalter des Neoliberalismus immer wieder Geheimhaltungspflichten halbprivatisierter Unterabteilungen dem entgegen stehen. Außerdem versuchen wir als gewählte Bürgervertreter*innen darauf aufzupassen, wie und wo das Geld für das Feld sinnvoll eingesetzt wird, im Fall der Böschungssanierungen u. ä. resp. allgemein eine klimawandelangepasste Parkbewirtschaftung. Dazu gehören auch Kleinigkeiten, wie ausreichend Parkbänke für ältere Menschen, ausreichende WCs, mehr Schattenbäume in den Randbereichen etc. 


Nennen Sie 3 Fähigkeiten, die zur Ausübung des Amtes nützlich sind!

Geduld, Durchhaltevermögen und das Interesse am Ziel das Tempelhofer Feld als eine „Gemeinheit“ („common“ heißen in London viele Parks) allen Berlinern und Berlinerinnen zu erhalten und bewahren.


Welches war der beste Moment, den Sie als Feldkoordinator*in hatten?

Der feierliche Akt der Wahl der Feldkoordination war wurde als großer Erfolg des Engagement der Bürgerinnen und Bürger empfunden, die sich dafür eingesetzt hatten.  

Es freut mich, dass von den ursprünglich 200 Obstbäumen die die Raiffeisen-Genossenschaft zu ihrem 200. Jubiläum schenken wollte, nach langem Zweifel und fehlenden Personal 20 schließlich doch gepflanzt werden konnten.

Dass inzwischen auch das „Haus 104“ dank aktiver Feldkoordinator*innen als eine weitere kleine Allmende allen interessierten Initiativen auf dem Feld zugänglich gemacht werden konnte ist ein weiterer Lichtblick, wofür ich mich zeitweilig auch persönlich eingesetzt habe.


Was würden Sie Interessierten raten, die sich überlegen, zu kandidieren?

Interessierte sollten sich überlegen, ob sie das nötige Interesse an der Sache und das nötige Zeitpensum für das Amt mitbringen. Dabei geht es nicht nur um die Teilnahme an den Sitzungen, sondern auch um das Lesen der Protokolle und Vorschläge. Außerdem ist ein Maß an Verbindlichkeit der Sache unbedingt dienlich.



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