6 Fragen an Mathias Link, gewählter Feldkoordinator

Mathias Link

Was hat Sie motiviert, sich als Feldkoordinator*in zu bewerben?

Seit drei Jahren bin ich Leiter der Jugendeinrichtung „Fliegerwerkstatt“ im Tempelhofer Flughafen. In dieser Funktion hatte ich zunehmend Kontakt zu Initiativen auf dem Gelände des Flughafen Tempelhof. Bei der Umsetzung von vielseitigen Projekten mit verschiedensten Akteuren ist mir aufgefallen, was für ein einzigartiger und wertvoller Ort das Gelände ist und dass es mit wichtig scheint, mich für dessen Erhalt einzusetzen. Der Flughafen birgt einige Problematiken aber aus meiner Sicht auch viele Chancen als innerstädtischer Zukunftsort. Mir war klar, dass  ich mich gerne in die Entwicklung der Möglichkeiten zur perspektivischen Nutzung einbringen möchte.


Welche Aufgaben erledigen Sie als Feldkoordinator*in?

Bereits in meiner Funktion als Bürgervertreter im Bürgerbeteiligungsverfahren zum Gebäude des Flughafen Tempelhof ist mir aufgefallen, dass es oft zu Missverständnissen in der Kommunikation kommt. Den Beteiligten fällt es oft schwer, sich in die Denkweise der jeweils anderen Partei zu versetzen, was gelegentlich zu Blockaden im Entwicklungsprozess führt.  Mir ist es wichtig, meinen Beitrag zu einem guten Miteinander und zur Wahrung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger innerhalb des Prozesses beizutragen. Als Schreinermeister mit langjähriger Berufserfahrung ist es mir wichtig praktische, unkomplizierte und zeitnah umsetzbare Lösungen zu finden. 

Nennen Sie 3 Fähigkeiten, die zur Ausübung des Amtes nützlich sind!

Geduld, Durchhaltevermögen und das Interesse am Ziel das Tempelhofer Feld als eine „Gemeinheit“ („common“ heißen in London viele Parks) allen Berlinern und Berlinerinnen zu erhalten und bewahren.


Was empfinden Sie aktuell als große Herausforderung des Gremiums?

Die im Entwicklungs- und Pflegeplan für das Feld festgehaltenen Entwicklungen zeitnah umzusetzen, die Initiativen auf dem Feld in Ihrem ehrenamtlichen Bürgerengagement zu unterstützen und das Feld für künftige Generationen vor dem Zugriff von politischer Willkür und profitorientierten Investoren zu schützen. 


Welches war der beste Moment, den Sie als Feldkoordinator*in hatten?

Zu sehen, mit welcher Hingabe Menschen in der Lage sind, sich für Ihre Anliegen im Rahmen von Bürgerengagement ehrenamtlich einzubringen. Schon vor meiner Wahl zum Feldkoordinator hat mich das begeistert. Ob beim Sommerfest am TORHAUS oder beim Bau der Bühne mit und für die Feldmusiker. Einen einzigen Moment daraus hervor zu heben vermag ich gar nicht. 


Was würden Sie Menschen raten, die sich für das Amt des Feldkoordinators interessieren und mitmachen möchten?

Man sollte sich tatsächlich für das Feld und seine Entwicklung interessieren. Die Inhalte des THF-Gesetzes  und den Entwicklungs-und Pflegeplan zum Feld zu kennen ist von Vorteil. Die Bereitschaft, sich für die Interessen der bürgerlichen Initiativen auf dem Feld einzusetzen ist unabdingbar. Zeit, Geduld und auch Standhaftigkeit sind wünschenswert.

16.03.2020


Mathias Link stammt aus Unterfranken und arbeitete 25 Jahre als selbstständiger Schreinermeister. In der Jugendeinrichtung „Die Fliegerwerkstatt“, in der Jugendliche unterschiedlicher Nationen und gesellschaftlicher Herkunft sich in handwerklichen und technischen Projekten ausprobieren können, ist Mathias Link seit 3 Jahren aktiv. Auf dem Tempelhofer Feld interessiert er sich besonders für dessen Erhalt und Weiterentwicklung. 



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